Dieser Monat hat es echt in sich, wer hätte es gedacht….
Am 27. Juni mussten wir unsere geliebte Luna verabschieden. Eine Stute, die ihr Leben gelebt hatte und sich in unser aller Herz geschlichen hat und dort große Hufabdrücke hinterlässt.
Nun ist sie ganz unterwartet einfach nicht mehr da….
Auf dem Papier (und auch in echt 😉) war meine Schwester Halterin, aber Lunchen wohnte auf der Koppel bei uns hinter dem Haus und war mir deshalb sehr nah. Außerdem war sie ein sehr zugewandtes, irgendwie ganz besonderes Pferd. Ich hatte sie einfach unendlich gern!!
Mein „Job“ war es, sie mit Futter zu versorgen und ihr Decken und Fliegenmasken an- und auszuziehen. Ich hab das immer gern gemacht und der morgendliche Gang zu den Pferden, gehörte einfach zu meinem Tag und zu meinem Leben.
Luna begrüßte mich und uns stets mit einem brubbeln und freute sich immer über eine Streicheleinheit und ein liebes Wort. Sie war ein so dankbares Pferd.
Nun gehe ich morgens nicht mehr zu den Pferden, denn sie sind nicht mehr da. Caruso, der Freund von Lunchen, ist in einen anderen Stall gezogen und so ist die Pferdezeit auf dem „Süsens-Hof“ in dieser Art und Weise zu Ende.
Und dieses Ende braucht Zeit zum Verdauen und zum Verabschieden.
Denn mit dem Ende der Pferdezeit, ist auch meine Schwester aus unserem Stall ausgezogen. Wir haben uns die letzten 10 Jahre täglich gesehen. Manchmal nur durchs Fenster, manchmal aufn Kaffee, manchmal habe ich sie bei der Stallarbeit unterstützt. Es war ganz unterschiedlich und trotzdem eine Konstanz.
Wenn ich nachmittags auf den Hof fuhr, war sie oft schon da. Wenn ich aus dem Fenster geschaut habe, habe ich die Pferde und meiner Schwester gesehen. Das ist jetzt alles anders.
Und das ist okay und das tut trotzdem weh. Und dieser Prozess braucht Zeit. Abschied braucht Zeit und Hinwendung.
Vielleicht ist es dir auch schon passiert, von welcher Seite auch immer, dass jemand gesagt hat (oder du es gesagt hast) – „Es kommen auch wieder hellere Tage“, „Sie war doch schon alt“, „Das Leben ist Veränderung“, „Sei nicht traurig“ oder irgendwas anderes ähnliches.
All das stimmt und doch ist es schön, wenn wir keine Phrasen über unsere Gefühle oder die der anderen bügeln, sondern das leben, was jetzt gerade ist. Die Gefühle leben und fühlen, die sich jetzt gerade zeigen.
Die Phrasen haben einen guten Grund. Sie versuchen (meist ganz unbewusst) Kontrolle wiederherzustellen und die Ohnmacht aushaltbar zu machen (sehr kurz erklärt).
Und doch möchte ich dich einladen, innezuhalten in solchen Momenten und diese Aussagen nicht zu tätigen, sondern nach deinem Bedürfnis zu spüren, wenn dir so ein Satz auf der Zunge liegt.
· Was brauchst du eigentlich gerade?
· Was möchtest du deinem Gegenüber eigentlich sagen/mitteilen?
· Was möchtest du dir selbst eigentlich gerade sagen?
Spüre dem gerne nach und wenn du selber gerade einen Abschiedsprozess durchlebst, dann lade ich dich ein, dir Zeit für deine Bedürfnisse zu nehmen. Abschied und Veränderung brauchen Zeit.
Diese Zeit und dieser Prozess müssen wiederum nicht bedeuten, dass gerade alles nur dunkel und schwer ist, auch in Abschiedsprozessen gibt es Helligkeit, bzw. darf es Helligkeit geben.
Ich erlebe diese Zeit als ein großes „Sowohl als auch“. Ich bin traurig und freue mich über den Sommer, schöne Stunden mit meiner Schwester in einem neuen Rahmen und anderes mehr.
Aber die Koppel und der Stallbereich liegen noch brach, wir haben noch keine neue Verwendung, sondern warten erstmal ab, lassen dem Prozess Zeit und Raum.
Das tut gut.
Ich wünsche dir heilsame (Abschieds)prozesse und einen wohligen Sommer 🌻!
Alles Liebe für dich,
Deine Claudia 💜
Autorin: Claudia Süsens
https://coachingpraxis-
Hallo feiner Mensch, ich bin Claudia. Heilpraktikerin für Psychotherapie, Begleiterin für ganzheitlich-integrative Traumaarbeit und Karriere-Navigator-Coach.
Ich begleite und unterstütze dich bei Verarbeitungs- und Integrationsprozessen, während persönlichen oder beruflichen Herausforderungen und Krisen. Achtsam, traumasensibel und zugewandt.
Vielen Dank für Dein Interesse, ich freue mich, dass Du hier bist!




